Seen- und Auenprojektkoordinator beim WBV Ostholstein nimmt seine Arbeit auf
Der Wasser- und Bodenverband (WBV) Ostholstein nimmt seit Jahresbeginn 2026 als Projektpartner des Umweltministeriums die landesweite Aufgabe des Seen- und Auenprojektkoordinators zur Reduzierung der Nährstoffeinträge in die Gewässer wahr.
Das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) fördert das zunächst auf vier Jahre bewilligte, neue Projekt. Damit sollen verstärkt Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen in Seen sowie von Auenprojekten angeschoben und umgesetzt werden. An den meisten der landesweit 62 natürlichen Seen sowie deren Zuläufen und weiteren Fließgewässern besteht Handlungsbedarf im Sinne eines verstärkten Nährstoffrückhalts und der Verbesserung der Gewässerstruktur.
Die Seen liegen in den drei Flussgebietseinheiten Schlei/Trave, Eider und Elbe und entwässern in Nord- bzw. Ostsee. Insofern dienen die angestrebten Maßnahmen auch dem Meeresschutz.
Mit dem Projekt sollen geeignete Flächen und Maßnahmenträger für z. B. die Anlage weiterer Gewässerrandstreifen, Dränteiche, Vernässung von Niedermooren sowie die Schaffung wei-terer Auenbereiche ermittelt und gemeinsam mit örtlichen Akteuren initiiert werden. Weil auch Einleitungen von gereinigtem Schmutzwasser Nährstoffe in Gewässer eintragen, sollen auch hierzu Optimierungsmöglichkeiten geprüft werden. Als potenzielle Maßnahmenträger und Vertragspartner kommen Wasser- und Bodenverbände, Gemeinden, Stiftungen sowie weitere Institutionen in Betracht.
Der bisherige Verbandsingenieur beim WBV Ostholstein Johannes de Wall wird die neue Aufgabe wahrnehmen. Er konnte bislang Erfahrungen in der klassischen Gewässerunterhaltung sowie der Renaturierung von Fließgewässern, letztere vornehmlich an der Schwartau und Curau sowie der Schwentine und deren Nebengewässern sammeln und hat auch das Auenprojekt Schwartau in der finalen Umsetzungsphase mitbetreut.

Verbandsvorsteher Robert Muus begrüßt die neue Aufgabe, weil er aus langjähriger Erfahrung weiß, dass die Wasser- und Bodenverbände bekannte und verlässliche Partner von Flächeneigentümern sind, die für solche Maßnahmen benötigt werden.
Das Umweltministerium (MEKUN) möchte mit der Förderung des Projektes vor allem den Nährstoffrückhalt stärken, um Meeres- und Binnengewässer besser zu schützen. Damit sollen mehr Projekte umgesetzt werden: „Die Planungen für solche Maßnahmen erfordern anfangs umfangreiche Vorüberlegungen und Recherchen. Dafür sind weder bei den Verbänden noch bei den Fachbehörden ausreichend Kapazitäten vorhanden – genau da springt das MEKUN mit seiner Förderung ein. Damit am Ende mehr Projekte umgesetzt werden – und unsere Gewässerqualität wieder spürbar steigt", sagt die zuständige Staatssekretärin Katja Günther (MEKUN).
Für diese Arbeiten stehen landesweit nicht genug Kapazitäten bei den Akteuren in der Wasserwirtschaft zur Verfügung, so dass im Ergebnis zu wenig Planungen vorgenommen und umgesetzt werden können. Dies steht im Gegensatz zu dem Handlungsdruck zum Meeres- und Binnengewässerschutz.
Auf dieses Phänomen reagiert das MEKUN mit der Initiierung des Projektes.
Der Seen -und Auenprojektkoordinator Johannes de Wall ist beim WBV Ostholstein unter j.dewall@wbv-oh.de oder 04521/7069017 zu erreichen.
Hintergrund I: Das ist das Auenprojekt Schwartau:
Kern des „Auenprojektes Schwartau", dem landesweit ersten Modellprojekt zur Auenrenaturierung ist es, die vor Jahrzehnten teilweise begradigte und zu tief eingeschnittene Schwartau auf einem rd. 4,7 km langen Abschnitt zwischen Hobbersdorf und Groß Parin naturnah in einen Auenraum umzugestalten, in dem Flächen überflutet werden dürfen und ein vielfältiger Lebensraum geschaffen wird, der sich eigendynamisch entwickeln soll.
Konkret wurden 8 Mäander hergestellt und Altarme angeschlossen. Dadurch wurden 700 m mehr Gewässerlänge gewonnen, die den Lebensraum bereichern und gemeinsam mit den geschaffenen Überflutungsflächen dem Wasserrückhalt dienen. Durch den Einbau von Kies, Geröll und Totholz wurde die Struktur der Schwartau als Lebensraum für zahlreiche Tierarten verbessert. Die Umgestaltungsmaßnahmen fanden zu weiten Teilen auf Flächen der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten statt. Das Auenprojekt Schwartau wird zu 100 % vom Land Schleswig-Holstein aus Mitteln zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie finan-ziert. Die Arbeiten wurden Mitte 2023 abgeschlossen.
Hintergrund II: Wasser- und Bodenverbände:
Der Wasser- und Bodenverband Ostholstein ist Oberverband und hauptamtliche Geschäftsstelle der 12 ehrenamtlichen Wasser- und Bodenverbände Schwartau, Schwentine, Aalbeek, Bargeraue, Ostsee, Trave, Plöner See, Stockelsdorf, Redingsdorf, Hochschulstadtteil Lübeck, Neukirchen und Heringsdorf.
Die landesweit rund 500 ehrenamtlichen Wasser- und Bodenverbände in Schleswig-Holstein nehmen die gesetzliche Selbstverwaltungsaufgabe „Unterhaltung der Fließgewässer zweiter Ordnung" wahr. Sie sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und finanzieren ihre Aufga-ben durch Beiträge, die sie von ihren Mitgliedern, den Grundstückseigentümern in ihrem Verbandsgebiet erheben.
Die Fließgewässer sind nach den Vorgaben des Wasserrechts so zu unterhalten, dass sie den schadlosen Abfluss des Niederschlagswassers gewährleisten. Die Unterhaltung der Gewässer erfolgt beispielsweise durch das bedarfsgerechte Mähen von abflussbehindernder Gewässervegetation oder die bauliche Unterhaltung und Ertüchtigung verrohrter Gewässerabschnitte. Dabei werden Belange von Wasserwirtschaft, Wasserrecht sowie Natur- und Artenschutz berücksichtigt.
Daneben wirken die Wasser- und Bodenverbände an der staatlichen Aufgabe der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie mit, deren Ziel es ist, die Gewässer in einen naturnäheren Zustand zu versetzen. Hierzu stellen EU, Bund und Land Schleswig-Holstein die Finanzmittel zur Verfügung.
Siehe auch: www.wbv-oh.de
Verantwortlich für den Pressetext: WBV Ostholstein, Jörg Sommerfeld, j.sommerfeld@wbv.oh.de 04521/7069012
Stand: 3.2.2026
Wasser- und Bodenverband Ostholstein